(#23) Das echte Tongli

Es ist eine gefühlte Ewigkeit her (September 2019) – man durfte noch ohne jegliche Einschränkungen reisen und wir hatten Besuch.

Nicht nur einer meiner Söhne war mit seiner Freundin für drei Wochen bei uns, sondern auch super liebe Freunde aus Hamburg. Volker geschäftlich und Birgit eigentlich um auf eine Faust die Stadt zu erobern, aber da ich ja jetzt hier wohne, hat sie sich vertrauensvoll in meine Hände begeben.

Mit Birgit und den „Kids“ habe ich einen zweiten Versuch gestartet, nach Tongli zu kommen. Ihr erinnert Euch? Als ich das letzte Mal dachte, in Tongli zu sein, musste ich sehr zur Erheiterung aller um mich herum, feststellen, dass wir in Xitang waren.

Da sich unser Fahrer jetzt nur mit mir auf ein Ziel einigen musste, war schon mal sichergestellt, dass wir nach Tongli fahren. Aber ganz so einfach, wie ich mir das vorgestellt hatte, war es dann doch nicht. Bis wir an einer Einkaufsstraße ankamen, an der wir aussteigen sollten, hat uns unser Fahrer erst mal ausgiebig die Umgebung und sehr schmale Gassen gezeigt. Es gab dort Wasser, aber wie eine Wasserstadt sah es nicht aus. Irgendwann waren wir dann an besagter Einkaufsstraße. Auch hier sah es noch nicht aus, wie in einer Wasserstadt. Aber unser Fahrer bestand darauf, dass wir hier richtig wären. Super, denn ich mit meinen fünf Worten, die ich fließend Chinesisch spreche, hatte so gar keinen Plan, wo wir hin sollten. Mutig habe ich ein chinesisches Paar auf „Händisch und Füßisch“ angesprochen und nach dem Weg gefragt. Wir endeten in etwas ähnlichem, wie einem Tempel oder Park oder war es beides? Da wollten wir nicht hin. Also weiter. Über Umwege kamen zur Touristeninformation. Die Auskunft hier war auch eher kryptisch, aber wir bekamen einen Stadtplan und nach Abgleich der chinesischen Zeichen waren wir uns einige: Wir müssten einfach stur geradeaus und dann würde wir den alten Teil der Stadt schon finden.

Tatsächlich! Am Ende der Einkaufsstraße links sah es so aus, wie eine Wasserstadt auszusehen hat: Weiß getünchte Häuser mit geschwungenen schwarzen Giebeldächern und roten Laterne und Wasser. Jede Wasserstadt ist anders, aber das vereint sie alle.

Weiterlesen beim Blog „SHANGHAI AND I“

Nicole ist im Mai 2019 voller Vorfreude in das Abenteuer Shanghai gestartet und hat sich Hals über Kopf in die Millionenmetropole verliebt. Seit ihrer Ankunft bloggt sie über ihre kleinen und manchmal auch größeren Unwägbarkeiten des Alltags, über die Dinge, die sie jeden Tag wieder auf’s Neue in Erstaunen versetzen und manchmal auch einfach nur über bekannte und weniger bekannte Attraktionen, Geschichte und Geschichten rund um Shanghai.


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