(#32) Moganshan – grüne Berge, Bambus und 10.000 Stufen

Wir wollten ein paar Tage raus!

Wir hatten aber die eine oder andere Geschichte gehört. Von Hotels, die keine Ausländer*innen nehmen. Von QR-Codes, die nicht mehr grün waren. Von Polizisten, die im Café zielstrebig auf Langnasen zugegangen waren, weil sie sich nicht in der Provinz „angemeldet“ hatten. Von Taxifahrern, die sich weigern, Ausländer*innen zu befördern.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, sind wir nach Moganshan gefahren. Das ist so nah an Shanghai, dass man hier an Ausländer*innen gewohnt ist.

Moganshan gehört schon seit es die ersten Europäer*innen und Amerikaner*innen in den späten 1800er Jahren nach Shanghai gezogen hatte, zu den Orten, wohin man sich zurückzog. Hier mitten in die Bambuswälder auf den zahlreichen Hügeln haben sie sich ihre Villen bebaut, um der sommerlichen Hitze Shanghais zu entfliehen. Eine schöner als die andere. In einer dieser Villen, in unserem Fall eine Burg, die ein britischer Missionar Anfang 1900 hatte erbauen lassen, hatten wir uns für drei Nächte eingemietet. Der Blick von unserem kleinen Balkon aus – umwerfend. Sowohl bei strahlendem Sonnenschein, als auch bei Regen. Sanfte Hügel soweit das Auge reicht. Alle bedeckt von in erster Linie Bambus. Es lugt aber auch immer mal wieder ein Nadel- oder Laubbaum heraus. Mittendrin ein See.

Die Tage, an denen wir da waren, waren extrem heiß. Über 33 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von über 85 Prozent. Ähnliche Temperaturen, wie sie an diesem Wochenende in Shanghai herrschten. Also nichts mit „Hitze entfliehen“.

Um es etwas kühler zu haben, wollten wir im „Wald“ wandern. Die erste Herausforderung: Ein Bambuswald hat zwar unheimlich viel Bambus, aber dieser Bambus spendet nicht wirklich Schatten, so dass es in diesem Wald kaum kühler ist als außerhalb des Waldes. Die zweite Herausforderung: Einen bewanderbaren Weg finden. Wir hatten uns eine Wanderkarte ausdrucken lassen. Die Karte war aber eine „six shades of grey“ Wanderkarte auf der aber immerhin einzelne Orientierungspunkte verzeichnet waren. Wir dachten, das reicht. Finden wir. Weit gefehlt.

Weiterlesen beim Blog „SHANGHAI AND I“

Nicole ist im Mai 2019 voller Vorfreude in das Abenteuer Shanghai gestartet und hat sich Hals über Kopf in die Millionenmetropole verliebt. Seit ihrer Ankunft bloggt sie über ihre kleinen und manchmal auch größeren Unwägbarkeiten des Alltags, über die Dinge, die sie jeden Tag wieder auf’s Neue in Erstaunen versetzen und manchmal auch einfach nur über bekannte und weniger bekannte Attraktionen, Geschichte und Geschichten rund um Shanghai.

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