(#55) Einstein, Chaplin und die größte Wandmalerei Asiens

Sowohl Einstein als auch Chaplin sind diverse Male in Shanghai gewesen!

Beide haben zumindest ein Mal im Astor Hotel übernachtet. Dieses Hotel war also der perfekte Auftakt für eine Kultur-Radtour mit Susanne.

Getroffen haben wir uns in Pudong. Nicht logisch, weil alles, was wir uns anschauen wollten auf der Puxi Seite liegt, aber ich fahre so gerne mit der Fähre. Also ich mit der Fähre von Puxi nach Pudong und mitten auf dem Huangpu ging dann plötzlich nichts mehr. Die Fähre stand im „Stau“. Mitten auf dem Fluss. Die ersten 10 Minuten war ich noch ganz ruhig. Je länger wir aber da standen und je länger wir uns da so drehten, desto mehr war ich davon überzeugt, dass mit der Fähre etwas nicht stimmt. Ich bin also vorsichtshalber mal an Deck gegangen. Schwimmen kann ich. Wäre zwar schade um meine Kamera und Co. gewesen, aber ich hätte auf jeden Fall eine wie-auch-immer Story gehabt. Jetzt kann ich nur erzählen, dass es nach ca. 25 Minuten weiter ging und ich heil auf der anderen Seite angekommen bin.

Nach einem guten Kaffee mit noch besserem Croissant ging es los mit der Suche nach dem Hotel. Gelandet sind wir vor dem Security Museum. Nichts deutete auf ein Hotel hin. Schon gar nicht auf eines, das noch im Betrieb ist. Also ich noch mal auf mein Navi geschaut und siehe da, da stand dann plötzlich wieder eine andere Adresse. Also wir da hin. Aber an der angegebenen Adresse gab es alles, nur kein Hotel. Susannes Navi zeigte uns dann meine ursprüngliche Adresse. Wir also wieder zurück. Noch immer davon überzeugt, dass das Security Museum kein Hotel ist, sind wir um das Gebäude herum. Nichts. In das Museum konnten wir nicht, weil wir die Öffnungszeiten verpasst hatten. Aber bei der Suche nach Informationen sind wir dann auf eines der „Architectural Heritage“ Schilder gestoßen und darauf stand „Former Astor Hotel“. Was soll ich sagen? Wir hätten uns echt Zeit sparen können. Jetzt mussten wir „nur“ noch rein. Leider hatten wir durch die Sucherei die Einlasszeiten verpasst. Da half auf kein Flirten mit den Aufpassern. Also sind wir unverrichteter Dinge weiter und ich habe meinen „Museumsbesuch“ auf einen anderen Tag verschoben.

Das Embarkment House haben wir ganz einfach gefunden. Es ist ein riesiges Gebäude mit einer langen Geschichte, aber auch die muss ich an einer anderen Stelle erzählen. Nur so viel: Als die Juden nach Shanghai flohen, kamen sie zunächst hier unter. Es gibt aber noch eine andere Geschichte. Früher, als in China noch die Ein-Kind-Politik galt, müssen hier auf den Briefkästen immer Kondome ausgelegen haben. Heute gilt diese Politik zwar nicht mehr und die Kondome liegen auch nicht mehr gratis aus. Heute hängt ein Kondomautomat am Eingang. Denn obwohl Paare mehr als ein Kind haben dürfen, wollen die meisten nur ein Kind. Zwei ist in dieser Stadt für die meisten zu teuer.

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Weiter ging die Tour zum Bulgari Hotel und hier in die 47. Etage. Eigentlich wollten wir nur auf die Dachterrasse und von dort aus den gigantischen Blick auskundschaften. Die war aber noch nicht geöffnet. Dafür aber das Restaurant mit angeschlossener Terrasse. Von hier aus hat man alles im Blick: den Suzhou River, den Bund, das Finanzviertel in Pudong, die Biegung des Huangpu. Der Blick kann ohne weiteres mit dem von der Vue Bar mithalten. Ich persönlich finde ihn fast noch schöner. Man sieht auch, dass sich Victor Sassoon, eine Legende in der Geschichte Shanghais und verantwortlich für den Bau vieler großartiger Gebäude in dieser Stadt, im Stadtbild von Shanghai verewigt hat. Zwei Gebäude sind so gebaut, dass man von oben seine Initialen erkennen kann. Das berühmte Peace Hotel direkt am Bund ist in der Form eines „V“s und das Embankment House ist in der Form eines „S“ erbaut. Das „S“ ist ziemlich einfach zu erkennen. Beim „V“ wird es schon schwieriger, weil es ziemlich zugebaut ist, aber wenn man es weiß, erkennt man es.

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Nicole ist im Mai 2019 voller Vorfreude in das Abenteuer Shanghai gestartet und hat sich Hals über Kopf in die Millionenmetropole verliebt. Seit ihrer Ankunft bloggt sie über ihre kleinen und manchmal auch größeren Unwägbarkeiten des Alltags, über die Dinge, die sie jeden Tag wieder auf’s Neue in Erstaunen versetzen und manchmal auch einfach nur über bekannte und weniger bekannte Attraktionen, Geschichte und Geschichten rund um Shanghai.