(#9) Schiefer als der schiefe Turm von Pisa

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Theresa und mein Mann mich heute uneingeschränkt gut fanden.

Ich bezweifele es. Aber am Ende des Tages, waren sie dann doch zufrieden.

Aber von vorne. Ich muss ja Orte entdecken, die nicht so bekannt sind. Dafür habe ich einen kleinen aber auch genialen „Reiseführer“ entdeckt. Heute stand eine Tour zum Sheshan National Forest Park an – dem einzigen Naturpark in Shanghai und auch die einzige Gegend in Shanghai, wo die „Luftverschmutzungsampel“ IMMER grün anzeigt. Kein Wunder, denn die gesamte Region steht unter Naturschutz und wird auch „Kopf der Neun Gipfel in den Wolken“ genannt. Allerdings müssen die Wolken dafür ganz schön niedrig hängen. Zwar ist die Landschaft hier geprägt von mehreren Hügeln, aber der höchste davon, und damit der höchste von Shanghai, ist lediglich 100 Meter hoch.

Der Park liegt ziemlich weit draußen, aber immer noch ganz einfach mit der U-Bahn und Taxi zu erreichen. Am Ziel angekommen, mussten wir erst mal ganz schön viele Stufen nach oben. Die Herausforderung bei chinesischen Sufen hatte ich, glaube ich, schon mal erwähnt. Die Stufen hier sind nicht normiert. Hier wird jede Stufe individuell gestaltet. Das heißt, dass sie zwar fast gleich tief sind, aber nicht gleich hoch. Man muss also bei jeder Stufe etwas genauer hinschauen und wenn nach einer besonders hohen, eine besonders niedrige folgt, dann kann das schon mal unangenehm werden.

Vorbei an der daoistischen Xiudaozhe Pagode – erbaut während der Taipingxingguo Periode der Nördlichen Song Dynastie (960 – 1127). Unglaublich, wie gut diese 1000 Jahre alte Pagode noch immer erhalten ist. Neben der Pagode, in der Sonne, sitzen zahlreiche Familien und picknicken. Es ist 11:30 Uhr und daher Mittagsessenszeit für die Chinesen.

Unser erstes Ziel war die Kirche auf dem Berg. Es handelt sich hier um die Kathedrale der Heiligen Mutter, die ursprünglich 1863 erbaut worden war. 1925 wurde sie abgerissen und wieder neu erbaut, weil die Priester der Meinung waren, dass sie im Verglich zu den anderen Kirchen in Shanghai nicht mehr schön genug wäre. Nicht nur ist diese Kirche, das höchste christliche Gotteshaus hier im Fernen Osten. Sie ist zugleich die einzige Pilgerstätte Chinas. Wer pilgern möchte, nimmt also erst Stufen in Kauf und steigt dann noch über den Kreuzweg auf, der von 14 Kreuzwegstationen gesäumt ist. Jede Stationen ist ein Pavillions und in jedem wird eine Station des Lebens und Leidensweg Jesu dargestellt. Ganz Gläubige robben auf Knien nach oben. 

Weiterlesen beim Blog „SHANGHAI AND I“


Nicole ist im Mai 2019 voller Vorfreude in das Abenteuer Shanghai gestartet und hat sich Hals über Kopf in die Millionenmetropole verliebt. Seit ihrer Ankunft bloggt sie über ihre kleinen und manchmal auch größeren Unwägbarkeiten des Alltags, über die Dinge, die sie jeden Tag wieder auf’s Neue in Erstaunen versetzen und manchmal auch einfach nur über bekannte und weniger bekannte Attraktionen, Geschichte und Geschichten rund um Shanghai.


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