Richtiger Schutz für Kinderzähne

Unser Bild oben zeigt Dr. Grace Zhang mit Han Moritz Haschke, einem der Gewinner des Jubiläums-Malwettbewerbs, im Mai 2019 in der Qingpu Clinic.


Nachdem „Gesundheit“ monatelang vor allem hieß, sich nicht mit Covid-19 anzustecken, kann man sich nun wieder auf andere Aspekte konzentrieren, die wegen der Umstände zwangsläufig zu kurz kommen mussten.

Die DCS Redaktion hat deshalb zum Thema „Zahngesundheit bei Kindern“ ein Gespräch mit Dr. Grace Zhang vom DCS-Partner DDS Dental Care geführt.


Dr. Grace, toll dass Sie sich Zeit genommen haben, uns ein paar Fragen rund um das Thema „Schutz für Kinderzähne“ zu beantworten. Lassen Sie uns gleich mit DER zentralen Frage überhaupt starten: Wann sollten Kinder denn eigentlich zum ersten Mal zum Zahnarzt gehen?

Also, zunächst einmal danke schön für das Interesse, ich hoffe, dass wir den DCS-Mitgliedern gemeinsam Wissenswertes zu diesem Thema näherbringen können. Was Sie nach Möglichkeit immer tun sollten ist, bei Ihren Check-Ups die Kleinen einfach mitzubringen. Da wird nur untersucht, nicht gebohrt, es ist daher ein entspanntes Kennenlernen von Praxis und Mitarbeitern. Dabei können Ihre Kinder ausprobieren, wie es sich anfühlt, auf dem sicheren Schoss von Mama oder Papa im Zahnarztstuhl zu sitzen und vielleicht auch selbst gleich einmal den Mund aufmachen um auf spielerische Weise zu erleben was beim Zahnarzt passiert… Wenn Sie das vorhaben, sagen Sie unserem Team am besten bei der Terminplanung schon Bescheid.

Dr. Grace Zhang – Director der DDS Hongqiao Clinic

Gibt es denn offiziell konkrete Altersempfehlungen für den ersten Besuch beim Zahnarzt?
Die American Academy of Pediatrics (AAP) schlägt vor, dass erste Untersuchungen bei Kindern im Alter von einem Jahr, nach Durchbruch der ersten Milchzähne stattfinden sollten. Karies kann bereits im Kleinkindalter entstehen, Eltern bemerken das häufig nicht, aber der Fachmann sieht das. Als Mama eines Sechsjährigen muss ich ehrlich sagen, Kinder sind so unterschiedlich, natürlich muss man einfach auch danach gehen, wie es mit der körperlichen und geistigen Entwicklung des Kindes aussieht. Wenn Sie das Gefühl haben, für Ihr Kind ist das OK, dann fangen Sie ruhig frühzeitig an es an Zahnarztbesuche zu gewöhnen.

Ist es denn wirklich notwendig so viel Aufhebens um Milchzähne zu machen, die früher oder später ja doch ausfallen?
Na, klar. Milchzähne braucht man nicht nur zum Kauen, sondern sie spielen eine große Rolle bei der Sprachentwicklung und sind Platzhalter für die bleibenden Zähne. Außerdem geht es bei frühzeitigen Zahnarztbesuchen auch um den Lerneffekt und um positive Bestärkung. Je früher ein Kind lernt die Zähne zu pflegen und zu schützen, desto weniger Karies wird entstehen und desto „harmloser“ sind Zahnarztbesuche. Wenn Kinder regelmäßig zu uns kommen und das mit positiven Erlebnissen verbinden, weil sie gelobt werden und eventuell auch mal eine kleine Belohnung bekommen, dann sind sie motiviert und überzeugt, dass sie das mit dem Zähneputzen richtig hinbekommen. Beste Voraussetzungen für gesunde zweite Zähne!

Heute hört man immer wieder über „Fluor“ oder „Fluorid“…?! Als ich klein war, war das gar kein Thema. Gibt es für dieses Umdenken einen wissenschaftlichen Hintergrund?
Ja, freilich! Übrigens schon seit Ende des 19. Jahrhunderts wird Fluorid (so heißt das Salz des gasförmigen Elementes Fluor korrekt; und das ist das, was wir brauchen!) zur Karies-Verhütung empfohlen, weil es die Remineralisation des Zahnschmelzes unterstützt. Sie erinnern sich doch bestimmt an die kleinen Fluorid-Tabletten, die Ihnen der Kinderarzt für ihr Baby verschrieben hat? Das war ein erster Schritt, damit dieser wichtige Stoff schon bei der Zahnbildung im Kiefer über die Blutbahn in den Zahnschmelz eingebaut werden kann.

Ja, aber das müsste doch dann reichen, wenn es von Anfang an in den Zähnen eingebaut ist, oder nicht?
Leider nicht! Wenn wir z.B. zuckerhaltige Nahrung wie Süßigkeiten essen, entstehen im Mund ganz einfach gesagt chemische Prozesse, die den Säuregehalt so verändern, dass der Zahnschmelz angegriffen werden kann. Das kann der Körper mit seinen körpereigenen Stoffen nur bedingt reparieren. Je stärker die Säure und je schlechter die Mundhygiene, desto mehr wird der Zahnschmelz in Mitleidenschaft gezogen. Auf einen Nenner gebracht: kleine Kinder, die noch nicht richtig und gezielt Zähneputzen können und häufig Süßigkeiten essen, sind da besonders gefährdet. Also muss man „nachhelfen“!

Und wie geht das am besten?
Normalerweise nimmt man in Deutschland über das Trinkwasser nicht genug Fluoride auf, so dass man sie dem Körper zusätzlich zuführen muss. Das tun wir Erwachsenen z.B. mit fluoridhaltigem Speisesalz oder Mineralwasser und natürlich mit fluoridhaltiger Zahnpasta oder Spülungen. Für Babies gibt es die erwähnten Tabletten; bei jüngeren Kindern ist die Fluoridbehandlung beim Zahnarzt zu empfehlen. Ein unsachgemäßer Gebrauch von fluoridhaltiger Zahnpasta und ein Zuviel an Fluorid können nämlich zu Verfärbungen auf den Zähnen führen. Vor der „lokalen Fluoridierung“ (so nennt man das) durch Auftragen oder Einbürsten von Gel wird der Zahnarzt also individuell entscheiden, wie oft und auf welche Weise diese Fluoridgabe nötig ist. In der Regel wird es ein- oder zweimal pro Jahr sein.



Gefällt den Kindern das…?
Unterschiedlich. Wir bei DDS Dental Care verwenden Fluorid-Gele, die gut riechen und schmecken, damit die Kinder die Prozedur an sich nicht eklig finden. Aber man muss einfach zwei, drei Minuten stillhalten können. Wirklich wichtig ist, dass nach der kurzen Behandlung eine halbe Stunde lang nichts gegessen, getrunken und nicht der Mund gespült wird. Da müssen die Eltern dann etwas aufpassen [Lacht.] Also, falls Sie Ihrem Kind ein Eis versprochen haben, damit es beim Zahnarzt brav ist, dann warten Sie bitte ein bisschen damit.

OK, das mit dem Fluorid glaube ich haben wir nun alle verstanden! Ich hätte noch eine Menge anderer Fragen, zum Beispiel was es mir dem Versiegeln auf sich hat. Aber das verschieben wir auf ein andermal! Herzlichen Dank, Dr. Grace, für Ihre Zeit und für die für uns Laien leicht verständlichen Erläuterungen.

Sehr gerne! Wir bei DDS sind für all Ihre Fragen offen. Wenn Sie sich eventuell nicht ganz sicher sind, ob Ihre Kleinen die Zähne richtig putzen, dann kommen Sie doch bitte einfach auf uns zu. Für größere Kinder, die schon selbst, aber vielleicht etwas schlampig putzen, haben wir dafür auch ein spezielles Programm: den „Zombie-Test“ mit den roten Plaque-Tabletten.

Anmerkung der Redaktion: Das Gespräch wurde aus dem Englischen übersetzt.


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